König Faruq von Ägypten (1946)

Als Gipfel der Raffinesse besticht diese sehr große, hoch komplizierte Taschenuhr ohne Schlüssel aus 18 Karat Gelbgold als Schlagwerkuhr mit zwei Räderwerken. Sie ist mit zahlreichen Rubinen ausgestattet und umfasst eine Glockenspiel-Minutenrepetition mit großem und kleinem Schlagwerk auf der Grundlage von drei Tonfedern und drei Hämmerchen, einen Schleppzeiger-Chronographen mit 30-Minutenzähler, einen ewigen Kalender, die Anzeige von Mondphase und Mondalter, einen Wecker und zwei Gangreserveanzeigen für die Räderwerke von Uhr und Schlagwerk. Sie wurde 1935 Prinz Faruq, dem künftigen König Faruq I. von Ägypten, von den Schweizer Behörden überreicht.

Dieses Meisterwerk der Uhrmacherkunst wurde dem eigenwilligen zukünftigen König Faruq von Ägypten überreicht, als er 15 Jahre alt war. Die Taschenuhr ist die komplizierteste, die Vacheron Constantin im 20. Jahrhundert fertigte. „La Farouk“ ist eine der nur zwei großen Komplikationsuhren von Vacheron Constantin des 20. Jahrhunderts, die mit einem Wecker ausgestattet ist – die andere ist die Boisrouvray, der sie sehr ähnelt. Mit einem Durchmesser von 80 mm ausgestattet, bietet sie drei Komplikationen mehr als die legendäre Uhr, die Vacheron Constantin 1929 für den Vater von Faruq fertigte, König Fuad I. Neben dem Wecker besitzt die Uhr von König Faruq noch zwei weitere ungewöhnliche Komplikationen für das Räderwerk und das Schlagwerk: konzentrische Gangreserveanzeigen mit Indikatoren für den Wochentag und den Monat. Ein weiteres Merkmal von Zifferblatt und Uhrwerk ist die Anzeige der Schaltjahre, die nicht wie gewöhnlich konzentrisch auf die Monatsanzeige abgestimmt ist, sondern sich im Innern des 30-Minutenzählers befindet. Das Datum, die Sekunden und die Mondphasen sind auf einem separaten Zifferblatt bei 6 Uhr vereint. Bei 9 und bei 3 Uhr befinden sich jeweils die kleinen Zifferblätter für die Wochentage und die Monate. Wie die Uhr von König Fuad I. ist auch die Schlagwerkuhr von König Faruq mit zwei Federhäusern ausgestattet, die über die Krone aufgezogen werden: Eines ist dem Räderwerk der Uhr vorbehalten, und das andere sorgt für die zusätzliche Energie, die für das Schlagwerk benötigt wird. Jede Viertelstunde schlägt die Uhr die von drei Tonfedern erzeugten Noten an, wenn drei Hämmerchen auf sie einschlagen. Im großen Schlagwerkmodus werden die Stunden und Minuten klassisch über eine Note angezeigt. Im kleinen Schlagwerkmodus erklingen die Stunden nur bei voller Stunde, und die Viertelstunden erklingen ohne Anzeige der Stunden. Das Glockenspiel und die Minutenrepetition mit drei Hämmerchen erfordern einen besonderen Aufbau, und die drei Tonfedern erzeugen hintereinander drei Noten. Die Hebel zur Modusauswahl Schlagwerk/Ruhe und großes Schlagwerk/kleines Schlagwerk befinden sich an der Gehäuseflanke. König Faruq, der von seinem Vater König Fuad I. die Leidenschaft für wunderschöne Uhren geerbt hat, wurde seinerseits zu einem begeisterten Sammler von Uhren, Automaten und kostbaren Ziergegenständen. Als Mann von großem Wohlstand hatte Faruq eine ausgeprägte Persönlichkeit und genoss das Leben in vollen Zügen. 1935 bekam er im Alter von nur 15 Jahren diese außergewöhnliche Uhr und seinen ersten Sportwagen, bevor er zur Royal Military Academy nach England ging, wo er als „Prinz Freddy“ bekannt war. Nach dem Tode seines Vaters reiste er am 6. Mai 1935 zurück nach Ägypten und wurde im Juli 1937 offiziell zum König ernannt. Später in demselben Jahr unternahm er eine Reise nach Oberägypten, gefolgt von einer Tour durch Europa. Dabei stattete er auch Genf einen Besuch ab und bestand darauf, die Manufaktur Vacheron Constantin zu besichtigen. Charles Constantin, der ihn durch die Manufaktur führte, zeigte sich verblüfft vom uhrmacherischen Wissen des erst 17 Jahre jungen Königs. „Monsieur Constantin“, antwortete er, „ich habe in meiner Kindheit sehr viele Uhren auseinandergenommen ... auch wenn ihnen das nicht gut getan hat!“

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